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Am Impfen führt kein Weg vorbei

Seit 1988 müssen Pferde bei Zuchtveranstaltungen in Baden-Württemberg gegen Influenza geimpft sein. Bei mehrtägigen Veranstaltungen wird darüber hinaus auch Impfschutz gegen Herpeserkrankungen gefordert (siehe Tabelle). Wer die Qualitäten seines Pferdes nicht nur in der Zucht, sondern darüber hinaus auch im Sport unter Beweis stellen will, der schlägt mit der Influenza-Impfung ohnehin zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn auch auf den Turnieren im Lande gilt seit 1998: Impfung oder Startverbot!
Wohlgemerkt, zur Debatte steht die Impfpflicht nicht mehr. Jede Diskussion über Sinn oder Unsinn der Vorschrift erübrigt sich. Für verantwortungsvolle Pferdebesitzer ist sie ohnehin kein Thema. Die lassen schon lange impfen – ihren Pferden zuliebe und um Krankheiten und Fohlenverluste auch im eigenen wirtschaftlichen Interesse möglichst zu vermeiden. Das Argument, impfen sei teuer, ist nur scheinbar eines. Kranke Pferde kosten allemal mehr.
Und weil Vertrauen zwar gut, Kontrolle aber bekanntlich besser ist, muss der belastbare Impfschutz mit Hilfe des Impfpasses auch nachgewiesen werden. Wer in eine der stichprobenartigen Kontrollen kommt und dies nicht kann, für den gilt: Einpacken, verladen und ab nach Hause. Aus der Traum von Plazierung, Schleife, Prämie, Plakette oder Schärpe.

Wer, wie, wann, womit?

Die Frage nach dem Warum dürfte geklärt sein. Auch wer impfen soll, ist leicht zu beantworten: der Tierarzt. Vom Pferdebesitzer oder -halter, der den Auftrag geben muss, einmal abgesehen, ist der Tierarzt der wichtigste Mann, wenn es um das geht, was man neudeutsch Impfmanagement nennt. Er ist es auch, der das Wie, Wann und Womit zu entscheiden hat. Nebenbei bemerkt ist er wohl auch der einzige, der das kann. Denn so simpel, wie man sie sich gemeinhin vorstellt und wie sie leider auch oft gehandhabt wird, ist sie nicht, die Sache mit dem Impfen. Spritze aufgezogen, rein ins Pferd, Impfschutz garantiert? Mitnichten! Man impft nicht einfach mal so im Vorbeigehen, dazu ist der Eingriff ins Immunsystem des Tieres zu gravierend. Zu einer korrekten Impfung gehört zunächst einmal die Feststellung der Impffähigkeit des Pferdes, also eine Untersuchung. Darüber hinaus muss der Tierarzt wissen, was mit dem Pferd geplant ist, also alles, was für das Tier Streß bedeuten könnte. Denn dann darf auch ein gesundes Pferd auf keinen Fall geimpft werden! Traurigstes Beispiel: Es gibt wohl kaum einen größeren Streß im Pferdeleben als das Absetzen des Fohlens von der Mutter. Trotzdem findet oft zusätzlich auch noch die erste Impfung statt. So schützt man Fohlen nicht, so macht man sie krank. Auch längere Transporte, Schauen, Turniere und ähnliches stressen das Pferd. Die Impfintervalle sind groß genug, dass die Impfung und andere außergewöhnliche Belastungen zeitlich nicht zusammenfallen müssen (siehe Tabelle).

Schließlich zum Womit: Auch wenn der eine oder andere mit einem bestimmten Impfstoff gute Erfahrungen gemacht haben mag, bestehen sollte man nicht auf einem Präparat. Die Viren sind heimtückisch, nicht nur, daß sie nicht zu sehen und äußerst zäh sind, wenn es ums Überleben geht, sie verändern sich auch noch ständig. Deshalb müssen auch die Impfstoffe ständig angepaßt und weiterentwickelt werden. Was heute gut ist, ist morgen vielleicht nur noch bedingt wirksam. Auch darüber weiß der Tierarzt Bescheid. Deshalb sollte die Wahl des Impfstoffes auch ihm überlassen bleiben.

1. Teil-Grundimmunisierung 2. Teil-Grundimmunisierung Auffrischungsimpfungen  
Influenza-Impfung zweimal im Abstand von 4 bis 6 Wochen (Toleranzgrenze 8 Wochen) 6 Monate nach 1. Teilimpfung (Toleranzgrenze 8 Monate) alle 6 Monate (Toleranzgrenze 12 Monate)
Herpes-Impfung Nach Herstellervorgaben 6 Monate nach 1. Teilimpfung (Toleranzgrenze 8 Monate) alle 6 Monate (Toleranzgrenze 12 Monate)

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