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Zuchtprogramm des Altwürttembergers

Zuchtprogramm für die Population des Altwürttembergers

Vorbemerkungen
Der Pferdezuchtverband Baden-Württemberg e.V., Am Dolderbach 11, 72532 Gomadingen, ist in Übereinstimmung mit der Entscheidung 92/353/EWG sowie mit der Verordnung über Zuchtorganisationen i. d. Form vom 6. Juni 2000 (BGBl. I S. 812) anerkannt als Züchterver-einigung, die das Zuchtbuch über den Ursprung der Rasse (Population) Altwürttemberger führt.

Zuchtzielbeschreibung für die Rasse Altwürttemberger

Definition der Merkmale der Rasse

Charakter
Ein großer Wert wird gelegt auf die Beibehaltung der Interieurmerkmale des Altwürttember-ger Warmblut: gutmütig, umgänglich, nervenstark bei dem noch lebhaften Temperament

Größe
155 cm bis 165 cm Stockmaß.

Farben
Die klassischen Farben der früheren Deutschen Warmblutzuchten: Rappen, Braune, Füchse und Schimmel.

Kopf
Trocken, mittelschwer, ausdrucksvolles Auge

Gebäude
Mittelschwer, genügend Kaliber (Cobtyp), harmonische Aufteilung in Vor-, Mittel- und Hinter-hand, lange Schulter, Kruppe leicht abfallend.

Fundament
Trocken, korrekt, harte Hufe.

Bewegungsablauf
Raumgreifender Schritt, schwungvoller Trab.

Einsatzbereiche
Vielseitig: Ideales Freizeit-, Familie-, Kutsch- und Arbeitspferd. Ein Kamerad für Arbeit und Erholung, für therapeutisches Reiten und Voltigieren.

Besondere Merkmale
Gutmütiger Charakter trotz lebhaftem Temperaments, nicht schreckhaft, anspruchslos und robust, willig im Geschirr und unter dem Sattel, lange Lebensdauer, leistungsbereit, zugfest und zugwillig.

Exterieurbeurteilung

Orientiert am Zuchtprogramm und der Zuchtzielbeschreibung werden folgende Merkmale der äußeren Erscheinung unter besonderer Berücksichtigung des Bewegungsablaufs mit Noten bewertet:

  • Rasse- und Geschlechtstyp 
  • Qualität des Körperbaus 
  • Korrektheit des Fundaments und Bewegungsablaufs 
  • Schritt 
  • Trab 
  • Gesamteindruck

Vergabe des Fohlenbrands

Fohlen, die bei der Mutter vermerkt werden und einen Abstammungsnachweis/Pferdepass nach der vorliegenden Zuchtbuchordnung erhalten können, werden mit dem Fohlenbrand der Rasse Altwürttemberger gekennzeichnet.
Ab 2010 werden nur noch Fohlen mit mindestens 12,5% Altwürttemberger Genanteil regist-riert.
Der Fohlenbrand ist ein Abstammungsbrand und richtet sich nach der Eintragung der Mutter. Er wird auf dem Abstammungsnachweis/Pferdepass vermerkt. Das Anbringen anderer Brandzeichen bei Pferden, die dieser Zuchtbuchordnung unterliegen, ist nicht gestattet.


Unterteilung des Zuchtbuchs/ Leistungsprüfungen

Definition des grundlegenden Zuchtziels oder der Rassebezeichnung Altwürttemberger

Es soll das früher in Württemberg gezüchtete und weit verbreitete Württemberger Warmblut sowohl als Kulturgut wie auch als nach wie vor vielseitig verwendbares Warmblutpferd erhal-ten werden.
Die heutige Altwürttemberger Population konnte leider nur teilweise aus dem Württemberger Warmblut entwickelt werden, da bei Beginn der Erhaltungsbestrebungen (1988) nur noch wenige reine Altwürttemberger Stuten und kaum Hengste mit Altwürttemberger Genanteil vorhanden waren. Es musste daher auch auf Stuten mit Trakehnerblut und auf Hengste des Gestüt Moritzburg zurückgegriffen werden, welche auf die Oldenburger Warmblutzucht zu-rückgehen. Der Definition des Zuchtziels müssen bei dieser Rasse (Population) folgende Gesichtspunkte vorangestellt werden: Es geht hier in erster Linie um die Erhaltung einer Rasse (Population) und nicht um deren Veränderung, wie dies zum Beispiel beim Deutschen Reitpferd angestrebt wird. Die Altwürttemberger Population unterscheidet sich somit in fol-genden Punkten grundlegend von anderen Rassen (Populationen):
es geht primär um die Erhaltung, nicht um die Veränderung
die Populationsgröße ist äußerst klein
die Population befindet sich noch in der Gründungsphase. Sie ist bezüglich der Herkunftsge-nanteile und daher natürlich auch phänotypisch noch sehr heterogen. Neben Tieren mit rein oder fast rein Württembergischer Abstammung gibt es Tiere mit mehr Trakehneranteil und solche mit überwiegend Moritzburger / Oldenburger-Blut.
Vorrangiges Zuchtziel ist die Haltung der noch vorhandenen Gene des früheren Württember-ger Warmbluts und die Konzentration dieser Gene in der Rasse (Population) Altwürttember-ger. Dieser wird ein möglichst hoher und einheitlicher Genanteil angestrebt. Selektionsmaß-nahmen bezüglich der Exterieur, Interieur und Einsatzbereichsmerkmale werden deshalb vorübergehend nur auf freiwilliger Basis durchgeführt.

Unterteilung des Zuchtbuchs in Abschnitte und nachzuweisende Ahnengenerationen

Hengstbuch

Im Hengstbuch wird nur eine Hauptabteilung geführt. In die Hauptabteilung können Hengste mit mind. 4 nachgewiesenen Ahnengenerationen und einem Altwürttemberger Genanteil von 12,5% eingetragen werden. Hengste mit mindestens 30% Altwürttemberger Genanteil wer-den auf Antrag nach Abstammungsüberprüfung ohne Körung eingetragen.

Hengstleistungsprüfung
Die Hengstleistungsprüfung ist freiwillig, sie ist kein Selektionskriterium.

Fahren
Die Hengstleistungsprüfung wird nach den allgemein anerkannten Regeln des Fahrsports durchgeführt.
Sie wird als Feldprüfung angeboten.

Dauer
Die Prüfung wird als 1-tägiger Veranlagungstest durchgeführt

Ort
Von der zuständigen Stelle ausgewählte Prüfungsorte

Zulassungsbedingungen
Die Hengste müssen mindestens drei Jahre alt sein.
Sie müssen den Impfbestimmungen der LPO der Deutschen Reiterlichen Vereinigung entsprechen und sollen sachgerecht eingefahren sein. 

Prüfungsumfang/Anforderungen

Fahrprüfung: Einspännerprüfung vor dem zweiachsigen Wagen, Fahren einer Aufgabe nach Weisung der Richter oder gemäß Aufgabenheft (EF 1) mit unmittelbar anschließendem Hindernisfahren

Beurteilt werden    

  1. Schritt
  2. Trab
  3. Arbeitswilligkeit
  4. Fahrtauglichkeit


Beurteilungskriterien
Die Bewertung der Merkmale erfolgt nach § 14 der ZVO:

10= ausgezeichnet

 5=genügend

9= sehr gut 

 4= mangelhaft

8= gut 

 3= ziemlich schlecht

7= ziemlich gut

 2= schlecht

6= befriedigend

 1= sehr schlecht

Maßgebend für die Beurteilung ist die Eignung als Zuchthengst im Hinblick auf die Verbesserung der  Fahreigenschaften der Rasse

Merkmalsgewichtung und Ergebnisermittlung
Bei der Ermittlung des Endergebnisses jedes Hengstes werden die beurteilten Merkmale nach fol-gendem Schema gewichtet: 1:1:1:1

Reiten

Dauer
Die Prüfung wird als mindestens 1tägiger Veranlagungstest durchgeführt.

Orte
Von den der FN angeschlossenen Züchtervereinigungen ausgewählte Prüfungsorte.

Zulassungsbedingungen
Teilnahmeberechtigt sind dreijährige und ältere Hengste. 
Die Hengste müssen die Impfbestimmungen des Pferdezuchtverbands erfüllen und gerit-ten sein.

Veranlagungstest
Der Veranlagungstest wird von mindestens drei Sachverständigen (mindestens einem Testreiter und zwei Richtern) abgenommen. Im einzelnen werden die Hengste von den Sachverständigen in folgenden Merkmalen bewertet:
1. Grundgangarten
              Schritt
              Trab
              Galopp
2. Rittigkeit
3. Springanlage
 
              Freispringen

Beurteilungsrichtlinien
Die Bewertung der Merkmale erfolgt nach § 14 ZVO:

10= ausgezeichnet

 5=genügend

9= sehr gut 

 4= mangelhaft

8= gut 

 3= ziemlich schlecht

7= ziemlich gut

 2= schlecht

6= befriedigend

 1= sehr schlecht

0= nicht ausgeführt

Maßgebend für die Beurteilung ist die Eignung als Zuchthengst im Hinblick auf die Ver-besserung der Reiteigenschaften der Rasse.

Gewichtungsrahmen der Merkmale und Ergebnisermittlung 
Bei der Ermittlung des Endergebnisses (gewichtete Endnote) jedes einzelnen Hengstes werden die beurteilten Merkmale nach folgendem Schema gewichtet. Die Summe aller gewichteten Einzelbewertungen ergibt das Endergebnis (gewichtete Endnote).

 

Merkmale

   Richtergruppe

   Testreiter

   Gesamt

Grundgangarten

          30 

        -

      30

Rittigkeit

       

       20

      40

Freispringen

          30

        -

      30

Insgesamt

          60

       40 

     100

 
Veröffentlichung der Prüfungsergebnisse
Nach Beendigung des Veranlagungstests erfolgt eine öffentliche Bekanntgabe des End-ergebnisses der einzelnen Hengste. Der Besitzer jedes Hengstes erhält ein Zeugnis über das erzielte Endergebnis des Hengstes, aus dem die Bewertungen der einzelnen Merk-male sowie die Durchschnittsleistungen der Prüfungsgruppe ersichtlich sind. 

Wiederholung einer Prüfung
Die Feldprüfung kann einmal wiederholt werden. Das bessere Ergebnis wird veröffentlicht.


Stutbuch

Eingetragen werden können Stuten aus deutschen Reitpferdezuchten und Zuchtbüchern des Schweren Warmbluts, die im Typ des Altwürttembergers stehen.
Ab 2013 gilt:
In die Hauptabteilung des Stutbuchs werden Stuten in die Klasse Hauptstutbuch bei einem Nachweis von mind. 4 Generationen und mind. 12,5 % Altwürttemberger Blutanteil eingetra-gen. In das Stammbuch mit 3 nachgewiesenen Generationen und ebenfalls 12,5 % Altwürt-temberger Genanteil, in das Vorbuch Stuten mit mindestens 2 nachgewiesenen Generatio-nen und ebenfalls 12,5 % Altwürttemberger Blutanteil. In die besondere Abteilung können Stuten eingetragen werden, die im Typ des Altwürttemberger Warmblut stehen. Ihre Nach-kommen können in die Hauptabteilung aufrücken, wenn Sie durch Anpaarung mit einem Hengst mit mindestens 25 % Altwürttemberger Blutanteil einen Blutanteil von 12,5 % aufwei-sen.


Zuchtstutenprüfung 
Die Zuchtstutenprüfung wird nach den allgemein anerkannten Regeln des Fahrsports durch-geführt.
Sie wird als Feldprüfung angeboten.

Dauer
Die Prüfung wird als 1-tägiger Veranlagungstest durchgeführt

Ort
Von der zuständigen Stelle ausgewählte Prüfungsorte

Zulassungsbedingungen
Die Stuten müssen mindestens drei Jahre alt sein.
Sie müssen den Impfbestimmungen der LPO der Deutschen Reiterlichen Vereinigung entsprechen und sollen sachgerecht eingefahren sein. 

Prüfungsumfang/Anforderungen

Fahrprüfung: Einspännerprüfung vor dem zweiachsigen Wagen, Fahren einer Aufgabe nach Weisung der Richter oder gemäß Aufgabenheft (EF 1) mit unmittelbar anschließendem Hindernisfahren

Beurteilt werden 

  1. Schritt
  2. Trab
  3. Arbeitswilligkeit
  4. Fahrtauglichkeit

Beurteilungskriterien

10= ausgezeichnet

 5=genügend

9= sehr gut 

 4= mangelhaft

8= gut 

 3= ziemlich schlecht

7= ziemlich gut

 2= schlecht

6= befriedigend

 1= sehr schlecht

0= nicht ausgeführt

Maßgebend für die Beurteilung ist die Eignung als Zuchtstute im Hinblick auf die Verbesserung der Z Fahreigenschaften der Rasse

Merkmalsgewichtung und Ergebnisermittlung
Bei der Ermittlung des Endergebnisses jeder Stute werden die beurteilten Merkmale nach folgendem Schema gewichtet: 1:1:1:1

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