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Pferdezuchtverband
Baden-Württemberg e. V.

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Jahresbericht

Die Anmerkungen des Zuchtleiters Gert Gussmann


Interpretationen zur Statistik 2010

Deutliche Rückgänge kennzeichnen die Tabellen über die züchterische Praxis im Pferdezuchtverband Baden-Württemberg.

Mitglieder
Über alle Rassen hinweg ist die Mitgliederzahl erstmals unter 5600 gesunken. Gemessen an der Zahl der Bedeckungen bzw. der Fohlenzahlen ist die Mitgliederzahl zwar immer noch sehr hoch, es lohnt sich aber sich darüber nachzudenken, wie man die inaktiven Mitglieder weiterhin an den Verband binden kann. Das Reiterjournal sollte nicht der einzige Grund bleiben.

Warmblutzucht
Der Stutenbestand in der Reitpferdezucht hat wie der Mitgliederstand ein historisches Tief erreicht. Auch hier müsste die Zahl 3500 noch nicht zur Verzweiflung führen, würde der Großteil dieser Stuten gedeckt werden. Das ist aber bei Weitem nicht der Fall, noch nicht einmal die Hälfte, ganze 43% sind aktiv im Zuchteinsatz.
Die für eine Reitpferdepopulation ernstlich kritische Zahl von nicht einmal 1000 Fohlen ist die eigentliche Katastrophe.
Wären wir nicht im Süddeutschen Verbund, man würde uns demnächst nicht mehr in der Szene wahrnehmen.
Wer darüber nachdenkt, wird sicher auch schnell zu der Erkenntnis kommen, dass das auch wirtschaftlich eine große Herausforderung ist.

Wegen weniger werdender Stuten und weniger werdender Fohlen können die Gehälter in der Geschäftstelle nicht gekürzt werden und wer einen Arrbeitsplatz wegrationalisieren will, muss erst sagen, ob das in der Vermarktung, in der Stutbuchabteilung oder die Telefonzentrale sein soll. Die verbleibenden aktiven Mitglieder erwarten für ihr Durchhalten erst recht einen mitgliederfreundlichen, leistungsstarken Verband.

Erfreuliches
Trotz rückläufiger Stutenzahlen hält sich das Niveau der Leistungsprüfungen. Anders ausgedrückt nehmen die verbleibenden Akteure ihren Job sehr ernst. Auch steigt die Zahl der Sportregisterstuten. Man darf also unterstellen, dass die Stutenqualität im Schnitt gestiegen ist.

Das ist ebenso erfreulich wie die Vermarktungsstatistik. Mindestens auf den notierten Märkten sind die Preise fast überall gestiegen. Dass das für die Situation in allen Züchterställen nicht repräsentativ ist, war schon immer so. Den Verantwortlichen darf man trotzdem gratulieren. Sie machen sich übrigens sehr viel Gedanken darüber, wie den Vermarktungswilligen außerhalb der aufgeführten Märkte besser und preiswert geholfen werden kann. An Angeboten fehlt es nicht.

Fazit
Weil man davon ausgehen darf, dass es den anderen Pferdezuchtverbänden in der Süddeutschen Allianz nicht viel besser geht, wird es eine lebenswichtige Aufgabe der nahen Zukunft sein, mögliche Synergieeffekte zu entdecken. Die Züchternähe darf darunter aber nicht leiden.
Eine interessante Aufgabe für den neuen Geschäftsführer der AGS.