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Pferdezuchtverband
Baden-Württemberg e. V.

Am Dolderbach 11
72532 Gomadingen-Marbach
Tel. +49 (0)73 85 - 9 69 02-0
Fax +49 (0)73 85 - 9 69 02-20
E-Mail: poststelle@pzv.bwl.de

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Mo. bis Do.:
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Vorstellen einer Stute

Teil I: Ausstattung und Aufmachung

Kleidung – Ausrüstung des Vorführers

Richtig

  • geeignete Laufkleidung, z. B. Jeans, bei Großveranstaltungen:
    • weiße oder schwarze Hose
    • Verbandspolohemd
    • Laufschuhe
    • kleiner Zweig
    • Helfer mit Musterungspeitsche

Falsch

  • Reitkleidung
  • raschelnde Anoraks oder Blousons
  • Leggins
  • Hawaii-Shorts
  • Arbeitsmantel
  • Gummistiefel, Sandalen
  • lange Reitgerte in der Hand des Vorführers

Zaumzeug

Richtig

  • hoch genug verschnalltes Trensengebiß
  • (Fältchen im Maulwinkel)
  • locker genug verschnallter Kehlriemen
  • Reithalfter ausgeschnallt
  • Kopfnummer

Falsch

tiefhängendes Gebiß

tief verschnalltes Reithalfter

Stallhalfter

Aufmachung des Pferdes allgemein

Richtig

  • keine Barthaare an der Kopfunterseite
  • Mähne frisiert
  • Schweif gewaschen und verlesen
  • glänzendes Fell
  • gepflegte Hufe

Falsch

  • unfrisierte oder abgeschnittene Mähne
  • strähniger, zipfliger Schweif
  • ganz frisch ausgeschnitten

Bei Warmblut und Reitponys

Richtig

  • eingeflochtene Mähn einkl. Schopf
  • Schweif waagrecht abgeschnitten; Schweifrübe
  • eingeflochten oder seitlich ausgeschnitten
  • kein Kötenbehang

Falsch

  • buschige Schweifrübe
  • zu langer Schweif
  • Kötenzöpfe

1. Der Vorführer oder die Vorführerin sollten geeignete Laufkleidung tragen. Ideal sind Verbandspolohemd bzw. Verbandspullover, weiße/schwarze Jeans und Laufschuhe. Der Vorführer sollte in einer Hand einen kurzen, kleinen Zweig mit drei bis vier Blättern haben, damit er das Pferd im Stand aufmerksam machen kann. Das Vorführen mit einer langen Peitsche in der linken Hand hat sich nicht bewährt, da die Stuten ständig seitwärts dieser fuchtelnden Peitsche ausweichen. Bitte machen Sie sich die Mühe, die Stute mit zwei Personen vorzuführen, wobei die zweite Person in der Bahn steht und eine Vormusterpeitsche (ca. 1,50 m Stock und 1,50 m Schlag) führt. Im schlimmsten Fall können wir auch noch aushelfen; allerdings nicht beim Führen der Stute. Der Vorführer sollte über die notwendige Kondition verfügen und geübt haben. Das Vorführen durch Personen, die nicht laufgewandt sind oder in starke Atemnot geraten, führt zwangsläufig zu einer Beurteilung unter Wert.

2. Das Pferd wird drei Meter vor den Richtern im Seitenbild aufgestellt; dabei sollen die den Richtern zugewandten Beine geöffnet, die den Richtern abgewandten geschlossen sein (Camel-Packung anschauen!).

3. Das Pferd sollte aufrecht, d. h. mit erhobenem, stolz getragenem Kopf dastehen, weder grasen noch dem Vorführer die Gürtelschnalle öffnen (kleiner Zweig, siehe oben). Dabei sollte der Kopf des Pferdes gut erkennbar sein; die Richter sollen ja Noten für Typ und Gebäude geben. Diese Noten fallen um so besser aus, je günstiger Sie das Pferd aufstellen.

4. Vorteilhaft ist eine eingeflochtene Mähne (mindestens jedoch gut frisiert und gleichmäßig verkürzt). Auch der Schweif sollte gepflegt (gewaschen) und zwei bis drei Handbreit unter dem Spunggelenk abgeschnitten sein. Der Ausdruck eines Pferdes ist am besten dann zu beurteilen, wenn auch der Schopf eingeflochten ist. Bitte Kötenbehang und Barthaare (nicht Tasthaare!) entfernen.

5. Das Trensengebiß sollte so hoch verschnallt sein, daß ein Fältchen im Maulwinkel entsteht. Der Kehlriemen sollte locker (eine Handbreit von der Kehle entfernt) verschnallt sein. Das Reithalfter können Sie ausschnallen.

6. Die Richter werden Ihnen dann erklären, wie sie das Pferd in der Bewegung gezeigt haben wollen. In der Regel beginnt man mit dem Schritt. Das Pferd ist im Schritt so zu führen, daß der gerade gehaltene Kopf die im Schritt natürlich vorgesehene Nickbewegung ausführen kann. Dabei ist der Zügel so zu halten, daß er zwischen Trensengebiß und der Hand des Vorführers durchhängt. Zu kurz gehaltene Pferde werden im Schritt behindert. Das gleiche gilt für den Trab. Bitte bedenken Sie, daß für die Beurteilung des Trabs nicht die gestoppte Bestzeit herangezogen wird, sondern daß ein locker durch den Rücken schwingendes Pferd gesehen werden soll, das beim Zulegen eine deutliche Rahmenerweiterung in Bergauf-Tendenz zeigt. Dazu ist keineswegs das Erreichen einer Mindestgeschwindigkeit erforderlich. Im Trab den Gleichschritt mit dem Pferd suchen zu wollen, behindert Vorführer und Pferd gleichermaßen. Bitte beachten Sie: beim Vorführen immer rechtsum wenden.

7. Sollte Ihre Stute aus verständlichen Gründen etwas Probleme machen, wenn sie allein in der Halle ist, steht dem Hinzuziehen eines zweiten Pferdes bei der Beurteilung nichts im Wege.

8. Bitte bedenken Sie, daß die Beurteilungskommission keineswegs „Abiturnoten" verteilt, die Ihre Stute für ihr ganzes Leben verfolgen, sondern bei der Stutbuchaufnahme lediglich ein beratendes Gespräch mit Ihnen führen will. Welche Auffassung die Kommission in diesem beratenden Gespräch Ihnen gegenüber vertreten hat, dokumentiert sie in den Noten der Stutbuchaufnahme. Ihre Stute wird bei jeder anderen Gelegenheit wieder unabhängig von dieser einmaligen Beurteilung bewertet.