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Pferdezuchtverband
Baden-Württemberg e. V.

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Präsentieren von Fohlen

Allgemeines, Vorbereitung

Ein Fohlen sollte schon möglichst früh an ein Halfter gewöhnt werden und sich anbinden und führen lassen. Je früher mit Gewöhnungsübungen begonnen wird, um so bereitwilliger werden sie vom Fohlen angenommen. Gerade wo es für den regelmäfligen Gang zur Weide eigentlich nicht zwingend erforderlich ist, sollte man nicht vergessen, das Führen von Stute und Fohlen eingehend zu üben. Ideal zum Vorführen sind mindestens zwei Personen, die jung und sportlich sein sollten. Steht nur eine Person zur Verfügung, bietet sich das Anbinden des Fohlens an einen Bauchgurt bei der Stute an.

Stute und Fohlen sollten anläßlich der jeweiligen Fohlenschau nicht zum ersten Mal verladen werden. Es kommt immer wieder vor, daß sich Stute und Fohlen beim ungeschickten Verladen schwer verletzen. Geduld ist hier das beste Rezept, und die geht verloren, wenn man unter Zeitdruck steht.

Regelmäßiges Bürsten des Fells mit einer groben Wurzelbürste erhöht nicht nur den Glanz des Fells, sondern trägt auch zu einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Züchter und Fohlen bei.

Aufmachung

Fohlenhalfter und Trense der Stute sollten die Schönheit der Tiere betonen und nicht beeinträchtigen. Bewährt haben sich Trensen bzw. Halfter aus schmalen, dunklen Lederstreifen, die sich gut verschnallen lassen. Bunte, breite Nylonhalfter für die Fohlen und Wildwesttrensen für die Stuten hingegen mögen zu Hause den Kindern gefallen, zur Verbesserung des Eindrucks von Fohlen tragen sie gewiß nicht bei.

Mindestens so störend wie ein unschönes Halfter ist unangemessene Kleidung der vorführenden Personen. Reitstiefel, Knobelbecher, Pumphosen und Sturzkappe sind zur Fohlenpräsentation ebenso ungeeignet wie Badehose, Hawaiihemd und Sandalen. Ideal sind Verbandspolohemd bzw. Verbandspullover, weiße/schwarze Jeans und Laufschuhe.

Vorführen

Bei den Fohlenschauen hat sich folgender Ablauf bei der Beurteilung bewährt: Es werden pro Stunde ca. zehn Stuten mit Fohlen einzeln vorgeführt und anschließend noch einmal als Gruppe auf den Vorführring geholt, wobei dann die Beurteilung bekanntgegeben wird.

Stute und Fohlen werden an Trense bzw. Halfter in den Ring geführt und so vor den Richtern aufgestellt, daß beide im Stand beurteilt werden können. Das Fohlen soll die Stute sehen können und umgekehrt, da andernfalls eine ruhige Aufstellung in der Regel nicht gelingt.

Das Halfter sollte dem Fohlen auf Weisung der Richter ohne großen Widerstand abgenommen werden können. Nun führt derjenige, der die Stute vorführt, diese im Schritt an den Rand des Rings und beginnt auf Zuruf der Richter, sie im Trab zu präsentieren. Die Stute ist so vorzubereiten, daß sie sich leicht regulieren läßt. Um zu vermeiden, daß das Fohlen von hinten den Stutenführer überläuft, soll dieser die Stute möglichst außen am Ring führen. Die Fohlen bewegen sich dann in der Regel zwischen Stute und Richtergremium. Der Vorführer muß das Tempo der Stute so beeinflussen können, daß sich das Fohlen in der gewünschten Gangart bewegt. Derjenige, der das Fohlen hereingeführt hat, sorgt mit einer kleinen Raschel dafür, daß das Fohlen sich in der Nähe der Stute aufhält. Dabei soll allerdings vermieden werden, das Fohlen ständig bei übertriebener Verspannung zu halten. Sobald die Richter zu einem Urteil gekommen sind, kann bei einer gut vorbereiteten Fohlenschau die Stute in eine kleine, abgetrennte Box geführt werden; typischerweise folgt das Fohlen problemlos und sollte jetzt wieder ohne Kampf das Halfter übergestreift bekommen. Wenn die zehn Fohlen in den Ring zur abschließenden Besprechung geholt werden, kann das Fohlen wieder entweder am Bauchgurt bei der Stute oder an der Hand vorgeführt werden.

Hinweis
Wenn für Richter und Zuschauer erkennbar ist, daß sich der Züchter sowohl bei der Vorbereitung als auch bei der Präsentation seines Fohlens bemüht, die Qualitäten von Stute und Fohlen bestmöglich zu präsentieren, wird dies auch eine entsprechende Anerkennung finden. Wo jedoch Züchter und Vorführer durch ihr Verhalten und/oder durch ihre Aufmachung signalisieren, daß ihnen die Einschätzung der Richter und des Publikums gleichgültig ist, darf weder mit einer günstigen Richterbewertung noch mit einem lebhaften Kaufinteresse seitens der Zuschauer gerechnet werden.Es ist immer wieder erstaunlich, wie wenig ein Züchter vom anderen zu lernen bereit ist. Wie ist es anders zu erklären, dass innerhalb weniger Minuten mehrere Fohlen nacheinander perfekt vorgestellt werden und dann einer auftritt, der alles falsch macht. Gehören Sie bitte nicht zur letztgenannten Sorte!