Pferdezuchtverband
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Zuchtziel, einschließlich der Rassemerkmale |
584 K |
Historie der Welsh-Ponys
Leistungswillen und Rittigkeit zeichnen die Ponys aus den Walliser Bergen – die Welsh Mountain-Ponys – aus. Das im Osten an England und im Westen an die irische Seegrenzende Zuchtgebiet ist die Heimat einer bodenständigen Ponyrasse, die wie alle britischen Ponys eine bis in die Keltenzeit reichende Tradition hat. Bereits bei den Römern waren sie als wendige, kleine und flinke Pferde berühmt und bei dem vor fast 1.000 Jahren entstandenen Teppich von Bayeux, der von der Eroberung Englands durch die Normannen berichtet, lassen sich deutliche Ähnlichkeiten der abgebildeten kleinen Pferde mit den heutigen Welsh-Ponys feststellen.
Das vorwiegend als Reitpferd für die Schafhirten der Walliser Berge genutzte Pony wurde im Laufe der Jahrhunderte vielfach mit orientalischen Hengsten gekreuzt, um Größe und Eleganz zu verbessern. Ähnlich wie die Shetland-Ponys waren sie begehrte Grubenpferde im vorigen Jahrhundert. Ebenso beliebt waren sie als elegante Kutschpferde und kleine Jagdpferde für die Kinder der britischen Grundbesitzer. Der Cob, als größter Vertreter der Welsh-Zucht, war als Tragpferd, aber auch als gängiger Einspänner oder als Reitpferd sehr verbreitet.
Im Jahre 1901 wurde die „Welsh Pony and Cob Society“ gegründet mit der Zielsetzung, dieses alte Kulturgut zu bewahren und durch die Einteilung in verschiedene Sektionen eine züchterische Systematik zu erreichen. Die durch Einkreuzung und Selektion unterschiedlich gezüchteten Typen wurden im Hinblick auf Abstammung, Größe und Blutführung in verschiedene Sektionen eingeteilt. Im Jahr 1960 wurde das Zuchtbuch geschlossen, so dass nur noch mit Zuchtpferden, die bis zu diesem Zeitpunkt eingetragen waren, mit Stutbuchanerkennung gezüchtet werden konnte.
Welsh Mountain-Pony ( Sektion A)
Das Mountain-Pony ist die Urrasse und erfüllt bis heute eine gewisse Erhalterfunktion. Es ist sehr genügsam und unempfindlich. Durch seine Intelligenz bei gutartigem Temperament und Leistungswillen ist es ein ideales Kinderreitpony. Aber auch im Fahrsport ist es sehr beliebt.
Welsh Mountain-Pony ( Sektion B)
Das mittelgroße, mehr im Reitponytyp stehende Welsh-Pony der Sektion B ist durch Einkreuzung anderer Rassen entstanden, zeigt aber die typischen Merkmale der Welsh-Rasse. Unter Beibehaltung des Typs und des Adels ist es ein hartes und ausdauerndes Turnierpony in der mittleren Größe. Das angeborene Springtalent macht es auch als Vielseitigkeitspferd interessant. Als Fahrpferd im Turniersport ist es sehr verbreitet.
Welsh-Pony im Cob-Typ (Sektion C)
Die Sektion C ist entstanden durch Einkreuzungen mit Cobs. Die Rassebeschreibung gleicht der der Sektion B. Allerdings sind die Ponys der Sektion C robuster im Typ, mit Fesselbehang und kräftiger in den Gelenken. Sie sind zuverlässige kleine Gewichtsträger und können auch von Erwachsenen geritten werden. Ebenso leistungsbereit sind sie im Gespann.
Welsh-Cob (Sektion D)
Für die Größe wird ein Stockmaß von 150 cm bevorzugt. Nach der Überlieferung sollen die Cobs im 12. Jahrhundert durch die Einkreuzung spanischer Hengste und Berber entstanden sein. Auch ist belegt, dass Hackneys und sogar Kaltblüter in der Zucht der Cobs eingesetzt wurden. Der Cob ist ein beliebtes Reit- und Fahrpferd und eignet sich besonders gut als Familienfreizeitpferd.
Nach Deutschland kamen die ersten Welsh-Ponys in den 60er Jahren. Teilweise wurden sie direkt in Wales, aber auch vermehrt in den Niederlanden gekauft. Sie fanden zunächst vor allem in Norddeutschland viele Anhänger, da sie sich auch als Basis für die Zucht größerer Reitponys gut eigneten. Die in der ersten Zeit als Welsh-Ponys ohne Sektionszugehörigkeit registrierten Stuten und Hengste wurden in den 70er Jahren nach den britischen Regeln unterteilt, so dass heute in den Stutbüchern der deutschen Zuchtverbände nach den Richtlinien des Ursprungslandes gezüchtet wird.
Quelle: FN Abt. Zucht