Pferdezuchtverband
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Historie des Shetland-Ponys
Die Shetland-Inseln liegen 170 Km nördlich von Schottland. Sie sind die ursprüngliche Heimat und zugleich Namensgeber der kleinsten britischen Ponyrasse, den Shetland-Ponys. Nach britischen Forschungen handelt es sich bei dieser equiden Zwergform um eine sehr alte Rasse, die früher in Nordeuropa weit verbreitet gewesen sein muss, da schon steinzeitliche Höhlenzeichnungen von kleine Pferden eine frapierende Ähnlichkeit mit den heutigen Shetland-Ponys aufweisen.
Die Ponys auf den Inseln wurden zunächst von den Farmern und Viehzüchtern für landwirtschaftliche Arbeiten genutzt. Während der industriellen Entwicklung des vergangenen Jahrhunderts wurden sie als ausdauernde Grubenpferde eingesetzt. Als um etwa 1850 versucht wurde, die Ponys durch Einkreuzung mit anderen Rassen zu vergrößern, wurde die Originalität der kleinen Pferde sehr gefährdet. Zur Erhaltung der Reinzucht gründete daher Lord Londonderry im Jahre 1870 auf den Inseln Bressay und Noss Gestüte, um die Shetlandzucht zu erhalten und zu fördern. Auf diesen Ursprung lassen sich heute die meisten Shetland-Ponys in der Abstammung zurückführen. Bereits Ende vorigen Jahrhunderts bezeichnete Graf Wrangel in seinem „Buch vom Pferd“ die Shetland-Ponys wegen ihrer langen Ahnenreihen als die Aristokraten unter den Ponys.
1890 wurde die „Shetland Pony Studbook Society“ mit der Zielsetzung gegründet, die Reinzucht zu sichern und zu erhalten. Die in einer Größe bis 107 cm (Durchschnitt 101 cm) gezüchteten Ponys sind ideale Herdenpferde, die es gewohnt sind, ganzjährig im Freien gehalten zu werden. Ihre Anspruchslosigkeit und ihre Genügsamkeit ist für diese Rasse typisch. Das dichte Unterhaar und die langen Deckhaare schaffen eine ideale Thermoregulierung, so dass die Ponys auch bei Eis und Schnee überwintern können.
Die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten, speziell als ausdauernd trabende Gespannpferde oder als „erste Pferde für Kinder“ waren die Basis für eine große Verbreitung der Shetlandzucht auf dem europäischen Kontinent oder in Übersee. In Deutschland werden seit 1990 Shetland-Ponys gezüchtet. Der Tierpark Hagenbeck, verbunden mit dem gleichnamigen Zirkus-Unternehmen, führte als erster die Ponys ein, um sie als Attraktion im Zoo oder als gelehrige kleine Zirkuspferde zu nutzen. Züchter aus dem Rheinland, aber auch aus anderen deutschen Ländern folgten bald nach, als sie erkannten, dass die Ponys auch für Arbeiten in Gärtnereien oder Baumschulen zu gebrauchen waren. Bereits in den 30er Jahren gab es viele Zuchten speziell auf den großen Gütern in Nord- und Ostdeutschland, die die Ponys als kleine Kutschpferde einsetzten. Die Gründung der ersten Zuchtverbände wurde von den aktiven Shetland-Züchtern in Angriff genommen. Bis in die 70er Jahre waren die Shetlands die dominierende Rasse der deutschen Ponyzuchtverbände.
Solange diese Zucht in Deutschland betrieben wird, gab es Diskussionen um den richtigen Typ. So ist das vor allem in Niedersachsen verbreitete Pony auf amerikanischer Grundlage eine Variante, die sich durch edle Eleganz deutlich vom Ursprungstyp unterscheidet. Auch spezielle Farbzuchten wie Tigerschecken entsprechen nicht den Richtlinien des Herkunftslandes. Diese Ponys tragen heute den Namen „Deutsches Part-Bred Shetland-Pony“.
Quelle: FN Abt. Zucht