Pferdezuchtverband
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Zuchtziel, einschließlich der Rassemerkmale |
Historie des Dülmener Wildpferdes
Das aus der Frühzeit der Domestizierung des Pferdes stammende halbwilde Kleinpferd der norddeutschen Bruch- und Moorlandschaften wurde in einer Herde im Meerfelder Bruch nahe der Kreisstadt Dülmen bis auf die heutige Zeit erhalten. Bereits 1316 wurden die Wildbahn-Ponys erwähnt und konnten trotz Vermischung mit anderen Hauspferderassen ihr charakteristisches Aussehen bewahren.
Mitte des vorigen Jahrhunderts erwarb Herzog Alfred von Croy das Meerfelder Bruch, zäunte es einund schaffte damit die Voraussetzung zum Erhalt dieser frei gehaltenen Herde. Im etwa 300 ha großen Gebiet leben heute rund 150 Zuchtstuten und die dazugehörigen Hengste. Während der letzten 100 Jahre wurde der Hengstbestand durch Exmoor- und Welsh-Ponys der Sektionen A und B sowie vor allem mit Konik-Hengsten aus Polen ergänzt. Speziell der Konik-Hengst „Nougat“ hatte einen großen Einfluss auf die Verbesserung eines einheitlichen Typs mit der entsprechenden Farbvererbung als Falbe oder Graufalbe mit Aalstrich und Zebrastreifen an den Beinen.
Die Wildbahnherde war und ist daher ein geeignetes Studienobjekt der Verhaltensforschung des Pferdes. Wichtige Erkenntnisse für die allgemeine Pferdezucht wie Verhaltensweisen, artgerechte Haltung oder auch die Ausbildung konnten heir gewonnen werden.
Am letzten Sonnabend im Mai eines jeden Jahres wird im Meerfelder Bruch ein Volksfest besonderer Art gefeiert. Aus der Wildbahnherde werden die Hengstjährlinge aus dem Herdenverband selektiert und eingefangen. Anschließend findet eine Auktion statt und viele Jährlinge finden dann eine neue Heimat. Auch einige Stuten werden selektiert und verkauft, um die Population in den erwünschten Grenzen zu halten. Die westfälische Reitponyzucht ist vielfach auf diese Ursprungsbasis zurückzuführen.
Heute sind außer in Westfalen auch im Rheinland und Hessen Wildbahnstuten eingetragen. Die Population ist nur klein, doch sollte berücksichtigt werden, dass die Dülmener auf der „Roten Liste“ der bedrohten Haustierrassen stehen und in Nordrhein-Westfalen durch ein Förderprogramm unterstützt werden.