Pferdezuchtverband
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Isländer-Fohlenschauen Baden Württemberg

Dienstag 16.08.11 Burrishof
„Konstruktive Kritik wird am Burrishof besonders gut aufgenommen; dies äußert sich durch ihren stetig steigenden Zuchterfolg.“
Barbara Frische zeigte sich sichtlich begeistert von dem diesjährigen Fohlenjahrgang. Insgesamt 14 Fohlen gab es zu beurteilen. Davon stammen neun Tiere aus der Zucht von Annette Single .Die Zuchtgemeinschaft Döbler/Strähle präsentierte neben zwei Mutterstuten drei Fohlen „vom Stuckhof“. Nadine Küderle zeigte stolz ihr Stutfohlen „Hilda vom Römerberg“ und Frau Dietrich hatte zusätzlich zu ihren vier Stuten ein Stutfohlen im Gepäck.
Die schicke Rappstute „Glæsa vom Silberberg“ (V:Hörvar vom Schönblick / M: Flikka vom Panoramablick) belegte mit einer Gesamtpunktzahl von 7,84 knapp vor „Blæja vom Burrishof“ (V: Demantur vom Lipperthof / M: Bikkja de Kehm) mit 7,83 Punkten Rang eins der Basisprüfung der Stuten.
2010 schien wohl – zumindest im Bezug auf die Geschlechterverteilung der Fohlen – ganz im Zeichen des Hengstes gestanden zu haben: Elf Hengstfohlen und drei Stutfohlen galt es zu bewerten. Bei den männlichen Vertretern ihrer Rasse trat typgerecht und langbeinig elegant die Burrishof-Zucht hervor: Allesamt Söhne von „Tindur frá Horni I“ oder „Sjóli frá Dalbae“.„Lotfari vom Burrishof“ – Sohn des Tindur frá Horni I aus der altbewährten Lyfting frá Litla-Hóli – bestach durch gleichmäßige hohe Begabung (8,1 sowohl in Exterieur, als auch in Interieur/Charakter und Gang) und Leichtfüßigkeit voller Elastizität. Daher siegte er vor „Salómon vom Burrishof“ (V: Sjóli frá Dalbæ / M: Unndis vom Burrishof), der durch auffallende Langbeinigkeit und gutes Gebäude gepaart mit taktklaren hochweiten Bewegungen punktete (Gesamtpunktzahl 8,04), und vor seinem Halbbruder „Glossi vom Burrishof“ (V:Tindur frá Horni I / M: Gunnlöð vom Burrishof), der mit einer gleichmäßig guten Leistung von 8,0 Punkten Rang drei belegte.
Die drei gezeigten Stutfohlen waren auf folgenden drei Platzierungen zu finden: Frau Küderle freute sich über die Gesamtnote von 7,83 Punkten für ihre „Hilda vom Römerberg“ (V: Glámur frá Hrafnkelsstöðum / M: Hringsjá frá Fljótshólum), vor „Molda vom Silberberg“ und „Gáska vom Burrishof“ .
Mittwoch 17.08.11 Mönchhof
Als Fan des fünfgängigen Islandpferdes kam man auf dem Mönchhof in Gaggenau-Moosbronn voll auf seine Kosten – abgesehen davon, dass „Island...“- laut Hofherr und begnadetem Rennpassreiter Jens Füchtenschnieder- „...im Schwarzwald liegt...“
25 Fohlen- wovon 14 Hengste und 11 Stuten ein ausgewogenes Starterfeld darstellten- glänzten mit zumeist vollen fünf Gängen.
Zehn Stuten wurden basisgeprüft: Die kompakte Scheckstute „Mária vom Mönchhof“ präsentierte hervorragenden Trab, Tölt und schnellen Rennpaß. Dafür erhielt die adrette Tochter des Atli frá Norður-Hvammi aus der Mona vom Mönchhof für Gang und Interieur jeweils die Teilnote 8,3 und erreichte damit mit der Gesamtnote von 8,22 den Platz an der Spitze. Auch die 4jährige Stute „Von frá Ármóti“ (V:Vilmundur frá Feti / M: Nist frá Ármóti) konnte anhand ihrer geschmeidig leichten Bewegungen in Trab und Tölt die 8er Hürde überwinden (8,03 gesamt).
„Kräftiges, reaktionsschnelles Fohlen mit großen, geschmeidigen Bewegungen in allen fünf Gängen- viel Tempo, ausgezeichnete Schub und Tragkraft bei gelassenem, nervenstarkem Charakter.“ Von diesem Richterspruch träumt der Züchter ! „Numi vom Mönchhof“ – ein Sohn des Krummi frá Blesastöðum aus der Náttrún von Tröllastaðir – darf sich mit ihm, der Gesamtpunktzahl von 8,21 und somit mit dem Sieg der Hengstfohlen auf dem Mönchhof schmücken. Auch sein Halbbruder „Reyr vom Mönchhof“ (V: Krummi frá Blesastöðum / M: Ljúfa frá Norður-Hvammi) punktete neben hervorragender Gangtrennung in allen fünf Gängen durch einem guten Wechsel zwischen gespannter und fließender Energie, so dass der leichtfüßige Hengst mit 8,15 Punkten den zweiten Platz belegte. „Sigur vom Mönchhof“ – Sohn des schicken dänischen Mausfalben Stormur frá Fet DK aus der Nípa frá Fjós Héri – zeigte sich energisch mit weiten Bewegungen bei guter Tempofähigkeit und wurde an diesem Tag mit Bronze geehrt.
Martina Gerhold kann man zu ihrem leichtgebauten typvollen Stutfohlen „Glit vom Seitenhof“ (V: Krummi frá Blesastöðum / M: Gyða vom Seitenhof), welches deutlich Fünfgang-veranlagt mit hochweiten Bewegungen bei hoher Tempovarianz durch die Halle schwebte, nur gratulieren. Ihre Gesamtnote von 8,27 Punkten (Exterieur 8,3 / Interieur 8,2 / Gang 8,3) spricht für die ausgezeichnete junge Stute. Auch ihre Halbschwester „Silfra vom Mönchhof“ (V: Krummi frá Blesastöðum / M: Hátiðfrá Sortehaug) zauberte allen Zuschauern und Jens Füchtenschnieder ein Lächeln ins Gesicht: Leichtfüßig, elastisch, begeisternd- Silber (8,15 gesamt) ! Mit sehr viel Speed sauste „Aradís von Tröllastaðir“ (V: Tindur frá Varmalæk / M: Ásdis von Tröllastaðir) munter über den Hallenboden und schaffte es mit einer Gangnote von 8,2 Punkten auf den dritten Rang der Stutfohlenbeurteilung des Mönchhofs.
Donnerstag 18.08.11 Tiefenbachtal und Schurrenhof
Am Vormittag war das Team der Fohlenreise zu Gast bei Familie Hiller in Nürtingen: Erstaunlich viele Zuschauer hatten sich eingefunden, um den Nachwuchs von 2011 sehen zu können. Schließlich ist die Zuchtselektion vom Tiefenbachtal vielen Islandpferdefreunden ein Begriff.
Die Jungstute „Kvik vom Tiefenbachtal“ – eine Tochter des Naddur vom Schluensee aus der Krafla vom Tiefenbachtal – fiel durch eine enorme Tempofähigkeit in allen fünf Gängen auf, wobei sie sogar Renntölt und Rennpaß zeigte. Gute 8,11 Punkte waren ihre Bewertung in der Basisprüfung.
Fast alle gezeigten Hengstfohlen waren Söhne des Kopernikus vom Heesberg – ein imposanter fünfgängiger Fuchshengst mit hohem Saudárkroki- und Ófeigur 882-Anteil. Der erfolgreichste Sohn des Tages war „Kjarni vom Tiefenbachtal“ aus der Kolbrún vom Tiefenbachtal – außerordentlich ausgewogen in Schub- und Tragkraft und toller Tempofähigkeit (Note 8,22). Halbbruder „Kiljan vom Tiefenbachtal“ (M: Kining vom Tiefenbachtal) zeigte sich nicht weniger schnell – zudem besitzt dieses Hengstfohlen ein absolutes Vorzeige-Fundament ! Solche Sehnen und Gelenke sind beispielhaft für das Ideal des Zuchtstandards eines Islandpferdes. 8,20 Punkte für diesen selbstbewußten, temperamentvollen und gleichzeitig gelassenen Hengst. Bronze ging an den Kopernikus-Sohn „Kjartan vom Tiefenbachtal“ aus der Kóba vom Tiefenbachtal (8,07 Punkte).
Kopernikus war 2010 sehr fleißig: Auch acht der neun vorgestellten Stutfohlen dürfen sich über seine Vaterschaft freuen. „Koley vom Tiefenbachtal“ aus der Kvik vom Tiefenbachtal konnte – besonders geschmeidig mit viel Tempo und guter Aufrichtung inklusive Kopfhaltung – den ersten Rang belegen (Note 8,16). Ihre Halbschwester „Kæn vom Tiefenbachtal“ (M: Kona vom Tiefenbachtal) zeigte sich zwar etwas klein im Rahmen, bestach aber durch große Bewegungen in allen fünf Gängen und richtig viel Rennpaß: 2.Platz mit 8,12 Punkten. Elegant und mit einer außergewöhnlich schönen Halsung ausgestattet, belegte „Kjördis vom Tiefenbachtal“ (V: Kopernikus vom Heesberg / M: Kippa vom Tiefenbachtal) Rang drei (8,05).
Auf dem Schurrenhof galt es acht Fohlen zu bewerten : Der hübsche fünfgängige „Stjörnujarpur vom Schloß Neubronn“ (V: Góður-Greifi frá Stóra-Hofi / M: Stuttblesa vom Schloß Neubronn) töltete sich mit seinem sehr sicheren Naturtölt mit hoher Aktion auf den ersten Platz der Hengstfohlen (Note 8,03). Gut balanciert aus der Mitte tat es ihm „Hjördis vom Schurrenhof“ (V: Barón vom Schloß Neubronn / M: Hamingja vom Schurrenhof) gleich und gewann den ersten Platz bei den Stutfohlen (Note 8,02).
Freitag 19.08.11 Schloß Neubronn
23 Fohlen und zehn Stuten, welche basisgeprüft wurden, stellten für den letzten Tag der Fohlenreise einen gelungenen Rahmen bezüglich des Starterfeldes dar: Viele Nachkommen des braunen Fünfganghengstes Goður-Greifi frá Stóra-Hofi (Siegerhengst in der Klasse der 6-Jährigen bei der WM 2003 in Dänemark- im Besitz von Beate Matschy ) fielen durch durchwegs hohe Vorhandaktion auf.
Die erst 3jährige Sjóli frá Dalbae – Tochter „Ríla vom Schloß Neubronn“ (M: Rimma vom Schloß Neubronn) rief begeisterte Rufe des Publikumshervor: 8,20 Punkte für diese Ausnahme-Fünfgangfuchsstute. Ausdrucksvoll und rassetypisch präsentierte sich die 4jährige „Gamma vom Moarschusterhof“ (V: þróttur frá Hvalnesi / M: Gjöf vom Moarschusterhof) und erhielt für ihre Geschmeidigkeit und gute Gangtrennung 8,00 Punkte. Auf Rang drei folgte ihr „Rebekka vom Schloß Neubronn“ (V: Brynjar frá Àrgerði / M: Rúna von Egg) mit starker Rennpaß-Veranlagung und einer Note von 7,90.
„Bingó vom Schloß Neubronn“ – Sohn des Goður-Greifi frá Stóra-Hofi aus der Brynja vom Schloß Neubronn – im Besitz von Heidi Schwörer machte seinem Namen alle Ehre: Hochweite Bewegungen und eine Traumnote von 8,13 brachten ihm den Sieg bei den Hengstfohlen. Ganz knapp an Gold vorbei töltete „Skorri vom Schlierbachtal“ (V: þróttur frá Hvalnesi / M: Snerpa vom Schlierbachtal)- wobei er dies ziemlich schnell und sehr leichtfüßig elegant tat (Note 8,12) ! „Garri vom Scherzingerhof“ (V: Goður-Greifi frá Stóra-Hofi / M: Gnótt frá Húsatóftum), Halbbruder des Siegerfohlens, im Besitz von Herbert Hofmeier schaffte es auf Rang drei (8,01 Punkte).
Die Tochter der Rebekka vom Schloß Neubronn „Rún vom Schloß Neubronn“ (Vater: Góður-Greifi frá Stóra-Hofi) schaffte es zu einer unglaublich hohen Gang- und Interieur-Note (8,4 und 8,3). Da ist der Richterspruch „Ungewöhnlich hoch veranlagtes Fünfgangfohlen mit enormen Bewegungen bei ganz viel Tempo- immer geschmeidig, mit hervorragender Trag- und Schubkraft“ nicht nur für Besitzer Thomas Haag Musik in den Ohren. Verdientes Gold mit 8,27 Punkten gesamt. Ihre Halbschwester „Rösk vom Schloß Neubronn“ (M: Rimma vom Schloß Neubronn) stand ihr in wenigen Punkten nach- auffällig war ihre kompaktere Gebäudebeschaffenheit. Rang zwei für dieses typvolle Stutfohlen mit 8,19 Punkten. Ein Hundertstel „schlechter“ fand sich auf Platz drei „Roka vom Schloß Neubronn“ (V: Góður-Greifi frá Stóra-Hofi / M: Rakel vom Schloß Neubronn) ein - fein in den Reaktionen mit viel Bewegung und Rhythmus.
Gesamtergebnisse
Auf dieser Fohlenreise wurden in Baden Württemberg insgesamt 31 Stuten basisgeprüft, 45 Hengstfohlen und 40 Stutfohlen bewertet.
Die vierjährige Scheckstute „Mária vom Mönchhof“ (Besitzer Jens Füchtenschnieder) siegte mit 8,22 Punkten vor der Sjóli-Tochter „Ríla vom Schloß Neubronn“ (Besitzerin Heidi Schwörer) mit 8,20 und der Stute von Albert Hiller „Kvik vom Tiefenbachtal“ (8,11).
Das beste der 45 Hengstfohlen war mit 8,22 Punkten „Kjarni vom Tiefenbachtal“ von Albert Hiller, vor „Numi vom Mönchhof“ im Besitz von Jens Füchtenschnieder mit 8,21 Punkten und „Kiljan vom Tiefenbachtal“ – ebenfalls im Besitz von Albert Hiller – mit einer Endnote von 8,20.
„Rún vom Schloß Neubronn“ (Besitzer Thomas Haag) und „Glit vom Seitenhof“ (Besitzerin Martina Gerhold) trugen mit einer Punktzahl von 8,27 ex aequo den Sieg unter den 40 Stutfohlen davon. „Rösk vom Schloß Neubronn“ (Besitzerin Heidi Schwörer) erreichte mit 8,19 Punkten den dritten Rang der Gesamtwertung.
Der Fohlenjahrgang 2011 hinterlässt einen durchweg positiven Gesamteindruck. Viele leichtfüßige Vorstellungen voller Lebensfreude und Esprit werfen ein sehr gutes Licht auf die fachmännische Selektionsgabe der Züchter Baden Württembergs.
Der Tatsache, dass „bei so viel Potential diese Pferde später unter dem Sattel gezeigt werden“,misst Barbara Frische große Bedeutung bei.
Die angetroffene Professionalität und Motivation lassen die Vorfreude auf den Fohlenjahrgang 2012 wachsen.
Desiree Hoffmann