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Pferdezuchtverband
Baden-Württemberg e. V.

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72532 Gomadingen-Marbach
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Süddeutsches Kaltblut

Herkunft 

Bayern, Österreich (Noricum)

Ursrpungszuchtbuch

Landesverband Bayrischer Pferdezüchter, Landshamer Str. 11, 81929 München

Größe  

160 cm – 165 cm

Farben

Fuchs, Braune, Rappen, Schimmel, Tiger

Gebäude  

Kopf
mittelschwerer Kopf; gutmütiges ausdrucksvolles Auge 

Hals
kräftiger, gut angesetzter, mittellanger Hals 

Körper
großrahmig; gut bemuskelt; tiefrumpfig; lange, breite, gespaltene Kruppe 

Fundament
kräftige, gut ausgebildete trockene Gelenke, harte Hufe 

Bewegungsablauf  

langer, gleichmäßiger Schritt; energischer, schwungvoller Trab mit gutem Raumgriff; korrekt

Einsatzmöglichkeiten 

Land- und Forstwirtschaft, Kutschpferd, Brauereipferd, Werbe- Präsentationsgespanne, Brauchtumsveranstaltungen, Reitpferd für den Freizeitbereich

Besondere Merkmale  

ausgeglichenes, gutmütiges Temperament; hart und anspruchslos, leichtfutterig, leistungsbereit, zugstark, ausdauernd 

Leistungsprüfung   

Ziehen und Fahren

Zuchtbuch  

geschlossen 

Zuchtmethode  

Reinzucht 

Historie des Süddeutschen Kaltbluts

Dieses kräftige und trittsichere Gebirgspferd hat durch seine lange züchterische Tradition seinen Ursprung in der einstigen römischen Provinz „Noricum“, und hat dadurch letztlich den „Noriker“, ein zum alpinen Gütertransport geeignetes, kräftiges, wendiges, mit Fleiß, Ausdauer und Genügsamkeit ausgestattetes Kaltblutpferd entstehen lassen. Das Erzbistum Salzburg, welches eine Einflussbereich bis in den Chiemgau und das östliche Bayern hatte, ordnete 1688 die Reinzucht als herrschendes Prinzip in der Zucht an. Der bäuerlichen Einstellung ist es zu verdanken, dass sich die norische Zucht trotz der Versuche der Veredlung weitgehend erhalten hat. Für die Norikerzucht im bayerischen Oberland wurde erstmals 1906 ein Stutbuch eingerichtet; 1920 führten die Zuchtverbände das „Edelweiß“ als Brandzeichen ein. Es wurde kein fremdes Blut mehr zugeführt und rein auf norischer Grundlage gearbeitet. Mit einer engen Beziehung zum Hochzuchtgebiet des „Pinzgauers“. Der nun bodenständige Kaltblutschlag erhielt den Namen „Oberländer Pferd“ als Noriker der leichteren Form, im Gegensatz zum „Oberländer Pferd“ ist der „Pinzgauer“ ein mehr auf Masse gezüchteter schwerer Noriker aus Österreich.

Nach dem 1. Weltkrieg wurde die Zuchtarbeit staatlich durch das im ehemaligen Remontedepot Schwaiganger 1920 eingerichteten Stammgestüt unterstützt. Die Bezeichnung „Oberländer“ für das bayerische Kaltblutpferd musste im Jahre 1939 zusammen mit der des österreichischen „Pinzgauers“, zugunsten der einheitlichen Benennung „Noriker“ fallengelassen werden. Eine zunehmende Verschmelzung dieser beiden Schläge hat nach Absprache mit den Süddeutschen Pferdezuchtverbänden dazu geführt, dass ab 1948 die Rassebezeichnung „Süddeutsches Kaltblut“ eingeführt wurde. Somit sind Noriker und Süddeutsches Kaltblut genealogisch weitgehend identisch.

Das Hauptverbreitungsgebiet ist Bayern mit derzeit ca. 1800 eingetragenen Stuten und ca. 90 Hengsten. Dort wird auch das Ursprungszuchtbuch geführt, das geschlossen ist. Das heutige Zuchtziel erstrebt ein großrahmiges, gut bemuskeltes, tiefrumpfiges Wirtschaftspferd mit langer, breiter und gespaltener Kruppe bei korrekt gestelltem, trockenem Fundament mit harten Hufen und raumgreifenden Gängen. Das Temperament soll ausgeglichen sein, um vielseitige Verwendbarkeit zu gewährleisten. Der zunehmende Einsatz im Freizeitbereich hat die Selektion in der jüngsten Vergangenheit, mehr als vorher, auf die eleganteren, weniger massigen Pferde ausgerichtet.

Quelle: FN Abt. Zucht

Bestand in Baden-Württemberg

ca. 100 im Zuchtbuch eingetragene Stuten
5 im Hengstbuch I registrierte Hengste

Farbe

Zu 80 % Füchse, auch Braune, Rappen, Tigerschecken, Schimmel und Mohrenköpfe

Widerristhöhe

158 bis 165 cm Stockmaß

Leistungsprüfung und Verwendung

Die Leistungsprüfung ist im Ziehen und Fahren in einer äußerst anspruchsvollen Prüfung aus Zugschlitten, Geschicklichkeitsziehen und Dressur- bzw. Hindernisfahren im Einspänner abzulegen. Die Staatsprämie wird nur an Stuten mit überdurchschnittlicher Leistungsprüfung verliehen.

Traditioneller Termin

Kaltblutmarkt in Laupheim jährlich am Donnerstag vor dem 3. Sonntag im Oktober (Kirchweih) mit Prämierung, Verkauf und Schauvorführungen.

Andere Termine

Wie Stutbuchaufnahmen, Fohlenschauen, Leistungsprüfungen, Körung und Verkaufsschauen sowie staatlich geförderte Stutenschauen sind über die Geschäftsstelle des Verbandes zu erfahren.

Hengsthaltung

Die Zuchthengste werden durch das Haupt- und Landgestüt Marbach, Kreis Reutlingen, und durch private Hengsthalter zur Verfügung gestellt. Der Hengstbestand ist dem aktuellen Hengstverzeichnis zu entnehmen.

Andere Kaltblutrassen

Im Rahmen der Zuchtbuchführung wird für die Rasse „Noriker“ als eigenständige Rasse ein eigenes Zuchtbuch geführt.

 
Vereinigung und Kontaktadresse die die Rassen Süddeutsches Kaltblut und andere Kaltblutrassen mitbetreuen:

Interessengemeinschaft der Kaltblutzüchter

In der Interessengemeinschaft der Kaltblutzüchter im Pferdezuchtverband Baden-Württemberg e.V. sind Züchter und Freunde von Kaltblutpferden aller Rassen vornehmlich der Region Württemberg zusammengeschlossen. Die Erhaltung und Förderung der Kaltblutzucht soll durch Züchterzusammenschluss, Öffentlichkeitsarbeit, Traditionspflege, fachliche Beratung, Hengstauswahl, Mitwirkung bei Leistungsprüfungen und Schauen sowie durch Verkaufsvermittlung und Absatzförderung erreicht werden. Jährlich wird eine Jahresmitgliederversammlung abgehalten. Ein traditioneller Jahresausflug wird als fachliche Exkursion durchgeführt und soll auch der Geselligkeit dienen. Auch Sie können aktives oder förderndes Mitglied werden.

Kontaktadressen:

Ig-Kaltblut Baden-Württemberg
Erika Krämer, Engelboldstr. 49 b, 70569 Stuttgart
Telefon: 0711-6788373
e-mail: Erika_Kraemer@t-online.de