Pferdezuchtverband
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Ein Pferd als letzter Retter in der Not
Im Wald von St. Peter wurden die letzten Sequenzen für die TV-Kinder- und Tierserie „Tiere bis unters Dach“ aufgenommen
„Ist die Zeit der starken Arbeitspferde vorbei?“ Nicht für Christel Erz aus Laichingen, Firmengründerin von „Rossnatour“. Sie ist eine Fuhr- und Rückefrau aus Passion und kommt jetzt sogar beim Südwestrundfunk in einer Tierserie mit ihrem Pferd „Rispe“ ins Fernsehen.
Ein Rückepferd sieht sie als die kostengünstige, boden- und bestandsschonende Möglichkeit nachhaltiger Waldbewirtschaftung als Alternative zum Forstschlepper.
„Zusehends wird die regenerative Energie ein Thema in unserer Zeit. Ich setze das Pferd gleich mit Wind-, Wasser-, Sonnen- und Bioenergie, und finde es genial, wie sich das Arbeitspferd in unserer modernen Welt einfügen lässt.
Schon einmal „stand“ sie zum Holzrücken in St. Peter „im Wald“, als sie 2001 für das Projekt „Bodenverdichtung der Universität Kiel für das Forstamt St. Peter/St. Märgen ihre Kaltblüter einspannte, um Holstämme aus dem Wald zu ziehen.
Seit Jahren ist das ihr Alltagsgeschäft. Im Oktober „standen“ sie und ihre Schwarzwälder Stute „Rispe“ an den beiden letzten Drehtagen zur TV-Kinder- und Familienserie „Tiere bis unters Dach“ auf der Platte nahe dem Potsdamer
Platz in St. Peter „durch“. Sie weiß um „den Nutzen der natürlichen Kraft bei der Arbeit und in der Freizeit. „Ich setze auf die ursprünglich enge Beziehung zwischen Pferd und Mensch“. Das Erlebnis des „Eins-Seins von Mensch und Natur“ vermittelt sie mit „Rossnatour“. Was für sie heißt, „erleben, wie der Hufschlag den Herzschlag verändert, wie die Langsamkeit neue Blickwinkel ermöglicht und die Seele entspannt“.
„Ruhe bitte!“ – „Kamera läuft“, zum wievielten Mal die „Klappe“ wohl als Startzeichen klappt? Der schweigsame „Rübezahl“ übernimmt „Rispe“ und führt sie durch dichtes Unterholz am Zügel, Nachwuchsschauspielerin „Greta Hansen“ sitzt auf ihrem Rücken, alle Drei eilen zur Unfallstelle. Dort schaut nur noch der Fuß von Förster Grieshabers (Michael Sideris) rechtem Bein unter dem schweren, darauf gestürzten Holzstamm hervor. Hilflos steht sein kleiner Sohn Jonas (Fynn Henkel) neben dem verunglückten Vater. Warum musste der auch mit dem schweren, PS-starken Hightech-Gerät in das unwegsame Gelände, wo nicht einmal die Feuerwehr zur Rettung durchkommt? Doktor Hansen (Heikko Deutschmann) gibt dem Verletzten eine Spritze. Geduldig wiederholen die Schauspieler ihre Szene, setzten neue Regieanweisungen um. Requisiten rücken, Kameraeinstellung ändern, Maske gefällig? –Für die Hauptdarsteller Enya und Fynn sind spannende Drehtage zu Ende. Wo sich sonst Fuchs und Hase gute Nacht sagen, arbeiten rund 40 Menschen Hand in Hand im Unterholz. Hunderte Meter weiter steht der Fahrzeugtross auf dem breiten Waldwegenetz. Große weiße Leinwände hellen Gesichter auf, trotz Vormittagssonne in den Wipfeln. Kühl ist es, wenigstens windstill. Kaffee zischt in Becher, Brote wandern in den Mund, Rispe frisst liebevoll zugesteckte Äpfel. „Dir goht`s guet!“ hört sie Christel Erz sagen, und „noch standeschst aber ruhig!“. Dass es hier freundlich zugeht, behagt der zupackenden Schwäbin, „do wird koiner narret bei Verspätung oder sooscht ebb`s“.
Enya (12) und Fynn (13) wärmen sich im Wohnmobil mit Kinderbetreuerin Steffi auf und stellen sich den Fragen der eingeladenen Pressevertreter. „Hauptsächlich auf die Ferien verteilten sich die Dreharbeiten seit 17.Oktober 2008“, lassen die SWR-Redakteurinnen Margret Schepers und Christine Strobl wissen. Das Nachlernen für die beiden Kinderdarsteller „hielt sich in Grenzen“. Auch für Klassen- und Schulkameraden des Freiburger Nachwuchsschauspielers Fynn Henkel, die zeitweilig als Komparsen auftraten, endet eine aufregende Episode. 13 Folgen sind „im Kasten“, ein „zeitgenössisches Bullerbü“ nennt der SWR seine Serie. Es sind kleine Alltags- und spannende Geschichten rund um Kinder, Familie, Tiere und Natur. Neben Fynn und Frank-Elstner-Tochter Enya stehen Lotte Hanné und Floriane Daniel vor der Kamera. Das „coolste Erlebnis“ der Beiden spielte sich in Denzlingen am See ab, dort „retteten wir „Kätzchen vor dem Ertrinken“. Zu „Tiere bis unters Dach“ zählen viel mehr Tiere als Lämmer, Pferde, Rehe, ein Waschbär und ein Elefant.
Wer schon mal ein Auge riskieren will, schaut unter www.tiere-bis-unters-dach.de in die Videos zur Serie.